'Hundsärsch' oder 'Gerade geht nicht'


Die Mispel ('Mespilus germanica') fehlte im Mittelalter in keinem Klostergarten. In der Landgüterordnung Capitulare de villis vel curtis imperii Karls des Großen ist im Kapitel 70 die Echte Mispel als eines der 16 Obstgehölze als mespilarios aufgezählt.





Und auch Shakespeare erwähnt sie, zum Beispiel in 'As You Like It': 'you’ll be rotten ere you be half ripe, and that’s the right virtue of the medlar (Mispel)'. (III.Akt,2. Szene)


















Noch im 18. Jahrhundert war sie in Deutschland so weit verbreitet, dass ihr der schwedische Naturforscher Carl von Linné den Namen 'Deutsche Mispel' (Mespilus germanica) gab. 
Heute wird sie nur noch selten gepflanzt. Zu hart sind ihre Früchte, zu mühsam deren Verarbeitung. Erst nach längerem Frost oder langer Lagerung werden  sie mürbe und damit essbar. Sie lassen sich auch zu Marmelade und Gelees kochen.
Den Versuchen, einen halbwegs geraden Baum zu bekommen, hat sich unsere Mispel erfolgreich widersetzt. Wir haben den krummen Baum so gepflanzt, dass er gerade stand. Und jetzt, zwei Jahre später?














Im Saarland nennt man die Mispelfrüchte auch 'Hundsärsch'.  
Warum wohl?

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